Begleitung des Eltern-Kind-Paares in schwierigen Wochenbettsituationen durch Emotionelle Erste Hilfe – EEH
22. September 2011 - 23. September 2011
Die erste Zeit nach der Geburt – das so genannte frühe Wochenbett – ist eine Zeit enormer emotionaler und neurophysiologischer Veränderungen für Eltern und Kind. Ängste und Unsicherheiten im Umgang mit dem Neugeborenen können in dieser Übergangsphase den Aufbau der primären Bindungsprozesse empfindlich stören. Den Eltern fällt es in dieser sensiblen Phase oft schwer, die verschiedenen Bedürfnisse des Kindes einzuordnen.
Erleben Eltern sowohl in Schwangerschaft, als auch während der Geburt belastende Umstände so kann dies zu psychosomatischen Folgereaktionen führen. Die Resonanz- und Spiegelungsfähigkeit der Eltern ist vermindert, was zur Folge haben kann, dass kindliche Signale weniger feinfühlig aufgenommen und beantwortet werden. Diese allgemeine Schwächung der Bindungsbereitschaft geht häufig einher mit vermehrter motorischer Unruhe des Kindes und beeinträchtigt das kindliche Trink-, Schlaf- und Wachverhalten.
Die Methoden der „Emotionellen Erste Hilfe“, ein Modell, das vor über zehn Jahren von Thomas Harms entwickelt wurde, fokussieren die Wiederherstellung der Wahrnehmungs- und Resonanzfähigkeit der Eltern.
Schwerpunkte des Workshops sind das Aufzeigen aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse aus Bindungsforschung und Neurobiologie für das Verständnis dieser Abläufe und das Vorstellen der EEH Werkzeuge:
- bindungsstärkende Gesprächsarbeit
- Aufspüren und Explorieren von Stressmarkern für das empathische Verständnis der elterlichen Stresssituation
- Förderung der Selbstwahrnehmung und -anbindung durch Atmung und Körperarbeit
- Wiederaufbau vorhandener elterlicher Ressourcen
Im Workshop wird Theorie und praktische Umsetzung eng miteinander verwoben. Körperorientierte Selbsterfahrung und das Aufarbeiten von Fallbeispielen durch szenische Rollenspiele sind wesentliche Bestandteile dieser Fortbildung
„Nirgends können wir Glück und Angst so intensiv erfahren, wie in der Begleitung eines neugeborenen Kindes.“
Thomas Harms